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Robert

Aus dem Elsass evakuiert

 

Robert Haas ist ein Jude aus Straßburg, er wurde im Februar 1900 geboren und bleibt für uns ein geheimnisvoller Mensch.
Zahnarzt, Sohn von Jules Haas und Juliette Roos, war er vor dem Krieg in der Rue de la Nuée Bleue tätig und wird 1939 aus Straßburg evakuiert. Er bekommt aber erst Schwierigkeiten, als die Vichy-Regierung 1941 antijüdische Maßnahmen gegen die französischen Juden trifft.
Ab August wird ihm verboten, seinen Beruf auszuüben.
Wir wissen, dass seine Gemeinde während des Kriegs teilweise in Périgeux und teilweise in Limoges Zuflucht findet. Möglicherweise lernt Robert dort Frieda Kornweitz kennen. In seinen Memoiren schreibt Bertold Linder, dass Frieda mit ihrem neuen Lebensgefährten zu ihren Brüdern nach Lamalou kommt. Wir wissen jedoch, dass Frieda während der vorherigen Etappe zu ihnen nach Salelles d’Aude kam. War Robert schon bei ihr? Wir können es nicht bestätigen, denn kein Dokument weist ihn vor Barcelonnette auf.




Ein Exilgefährte

 

Für Frieda bedeutet Robert nach den Schwierigkeiten mit Nathan in Brüssel wahrscheinlich Sicherheit. Robert ist 12 Jahre älter als sie, ledig und Franzose. Auf dem einzigen Bild, wo das Paar um Karin zu sehen ist, blickt Robert wohlwollend auf das Kind.
robert_haasWir wissen, dass Frieda und Robert im Haus von La Croisette in Barcelonnette zusammen leben.
In Barcelonnette beschafft Robert am 16 Juni 1943 Unterkunftsbescheinigungen für Mirla Krochmal und Lasa Rothman. Robert scheint nicht auf den Listen von Juden in Département Basses Alpes auf, Frieda schon, auch wenn dem Namen Kornweitz vom Rathausbeamten eine besondere Behandlung widerfährt. Laut Milchrationierungsheft von Barcelonnette gehen Frieda, Karin und Robert im Juli zu den Brüdern Linder nach St Martin Vésubie
Robert scheint auf den Internierungslisten des Lagers von Borgo San Dalmazzo auf. Deswegen ist es sicher, dass er die Alpen mit dem Rest der Gruppe aus St Martin überquert hat. A propos St Martin : Laut Aussage von Bert Linder dürfte Robert dort eine Zahnarztpraxis eröffnet haben.

Wie die anderen aus der Gruppe wird Robert am 21. November 1943 über Nizza nach Drancy deportiert, wo er wahrscheinlich auch von der Gestapo verhört wurde.
Als er in Drancy ankommt, wird vom Polizeichef folgendes von Robert Haas konfisziert.
• 1150 französische Francs
• 308 italienische Lira
• 8 Goldplättchen
• 20 französische Goldfrancs
• 20 italienische Goldlira
• 20 belgischen Goldfrancs
• 20 Schweizer Goldfranken
• 30 Goldmark
• 2 Siegelringe aus Gold
Das Zahngold und der Schmuck waren Frieda anvertraut worden.


Robert wurde am 7. Dezember 1943 mit dem Transport 64 deportiert, laut Aussage von Bertold Linder in Yad Vashem und laut dessen Autobiographie als arbeitsfähig ausgewählt.
Robert Haas soll in den Armen von Bertold im Jahre 1944 an Erschöpfung gestorben sein. Eigenartigerweise erklärt dieser in einer zweiten Aussage zwei Jahren später, dass Robert im Jahre 1943 gestorben sei.
In den Stadtarchiven in Straßburg erscheint kein Todesdatum.



Robert Haas

Foto

Geburtsdatum: 8. Februar 1900

Geburtsort: Straßburg, Elsass

Adresse vor 1938: rue de la Nuée bleue, Straßburg

Exilroute: Limoges - Salleles d'Aude? - Lamalou les Bains - Barcelonnette - St Martin Vésubie - Borgo San Dalmazzo - Nizza - Drancy

Status bei der Befreiung: in Auschwitz gestorben

 


Angenommenes Todesdatum: 1943-1944