Quantcast Nathan Otto Kornweitz
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Nathan Otto




Nathan Otto Kornweitz ist in Wien geboren. Er entstammt einer jüdischen Familie aus Galizien. Er ist der älteste Sohn von Marem und Ojzer. nathan_frida1

 

 

Seine Geburt wird im Register der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG) erfasst. Der
Name der Hebamme und des Mannes, der Nathan nach der jüdischen Tradition beschnitten hat, als dem Jungen ein Name gegeben wurde, sind ebenso in diesem Register zu finden.


Von seiner Kindheit wissen wir nichts.

Die Familie lebt in einem ansehnlichen Gebäude im 20. Wiener Gemeindebezirk, innerhalb des jüdischen Viertels. Als er im Oktober 1934 Frieda Linder heiratet, ist Nathan Otto als Buchhändler tätig und ist ein aktives Mitglied der Sozialdemokratischen Partei. Das junge Paar lässt sich in der Glasergasse 22 nieder.

Karin Suzanne kommt im Oktober 1936 auf die Welt.

Im Jahre 1937 wird Nathan aufgrund der Verhaftung seines jüngeren Bruders Julius wegen Pressevergehen und „illegaler Tätigkeit“ ebenfalls festgenommen.

Die Verhaftungswelle am 10. Mai 1938 in den kulturellen Kreisen Wiens veranlasst ihn zur Flucht.

Ein einsames Exil



Nathan Otto Kornweitz entscheidet sich für das Exil. Er verlässt Wien, durchquert das Staatsgebiet des Dritten Reiches Richtung Aachen und er überquert die belgische Grenze in Eupen. Am 14. Mai kommt er nach Brüssel in Gesellschaft seiner zwei Schwager Bertold und Wilhelm Linder und bittet um politisches Asyl.

 

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Im Juli 1938 kommen seine Frau Frieda und ihre gemeinsame Tochter Karin Suzanne zu ihm, ohne ein Visum der belgischen Behörden erhalten zu haben. Sie werden in den nächsten Monaten mehrere Adressen in Brüssel und in der nahen Umgebung haben.


Das Leben in Brüssel ist schwierig. Es ist den Flüchtlingen verboten, zu arbeiten. Die Hilfsorganisationen sind wegen der enormen Zahl vonFlüchtlingen überlastet, die nach der Kristallnacht im November und Dezember aus dem Dritten Reich kommen . Nathan Otto ist verzweifelt und versucht in der Nacht vom12. zum 13. Dezember durch Leuchtgas Selbstmord zu begehen.

Nach einem Aufenthalt im Krankenhaus kehrt er nach Hause zurück. Frieda verlässt ihn Anfang März 1939 und nimmt ihre Tochter Karin mit. Sie lässt sich bei ihren Brüdern nieder.

 

 

Leben...


Anfang Mai kommen seine Eltern, denen es gelungen ist, Wien zu verlassen. Im Juni kommt Julius auch und lässt sich bei seinem Bruder nieder.

Es scheint Nathan besser zu gehen, und er schließt sich der Gemeinschaft der Exilösterreicher an, indem er innerhalb des österreichischen Kulturkreises in Brüssel aktiv wird.

Sein Name ist auf einem Kabarettprogramm vom Juli 1939 zu finden, das vom österreichischen Kulturkreis organisiert wurde. Er singt und spielt mit der Truppe „Wiener Tribüne“.

Julius wird innerhalb der geheimen Organisation der Kommunistischen Partei Österreichs im Exil (KPÖ) immer aktiver, verlässt im September Belgien, um nach Oslo zu gehen. Trotz seiner wiederholten Ansuchen hat Nathan Otto im Oktober 1939 keine Aufenthaltserlaubnis bekommen, während es Frieda und ihren Brüdern gelungen ist, Papiere zu erhalten. Im Januar 1940 schließlich erhält er einen Personalausweis „Modell B“.


Die Ruhe dauert nur einige Monate. Am 10. Mai wird Nathan Otto Kornweitz festgenommen und ins Lager von St. Cyprien deportiert, wo er dem K 13 zugewiesen wird. Am 3. August 1940 unterzeichnet er ein Blatt Papier, das den französischen Behörden erlaubt, ihn den Behörden des Reichs zu übergeben. Es ist wahrscheinlich, dass Nathan Otto die Überstellung nach Gurs genützt hat, um zu fliehen.

...und wiederstehen



Er kehrt nach Brüssel zurück und schließt sich einem kommunistischen Widerstandsnetz an, wo er Anna Snapir begegnet.

Er wird am 21. August 1942 auf den Listen der belgischen Juden in Brüssel erwähnt, obwohl die Unterschrift unter dem Dokument nicht die seine ist.
Aus seiner Beziehung mit Anna Snapir kommt im Februar 1943 ein Junge, Serge, auf die Welt.

Nathan Otto benutzt falsche Identitätsdokumente und wird am 25. Mai 1944 wegen des Nichttragens des gelben Sternes festgenommen. Seine falschen Papiere tragen den Namen „von Jannsens“. Der Feldgendarm, der sein Verhaftungsprotokoll verfasst, erklärt, dass er durch die Spionagedienste der SS gesucht wurde.



nathan_malinesEr wird im Lager von Malines interniert, wo er fast täglich Pakete erhält.
Er wird mit dem Transport XXVI am 31. Juli 1944 nach Auschwitz deportiert, als „arbeitsfähig“ eingestuft und es wird ihm die Nummer 124.912 eintätowiert.

Er arbeitet in der „Betonkolonne“, wo die Arbeiten besonders schwer sind. Im November 1944 wird er verletzt ins Revier gebracht.

Nach der Räumung von Auschwitz im Januar 1945 wird Nathan ins Lager von Mauthausen verlegt.
Im Lager von Gusen, einem Nebenlager von Mauthausen, dient er als Versuchskaninchen für medizinische Experimente und stirbt am 26. April 1945 um 5.30 Uhr an Erschöpfung und Krankheiten.

Am 5. Mai 1945 werden Mauthausen und seine Nebenlager befreit.

Nach der Befreiung leiten Anna Snapir und Ojzer Kornweitz Nachforschungen ein, um herauszufinden, was aus Nathan geworden ist.
Der Bericht des IKRK in Arolsen wird im Januar 1957 erstellt. Anna Snapir ist die Empfängerin, denn die Eltern von Nathan sind beide verstorben.
Nathan Otto Kornweitz wird an der Gedenksstätte für die jüdischen Wiederstandskämpfer aus Belgien in Anderlecht geehrt.

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Nathan Otto Kornweitz

Foto

Geburtsdatum: 3. Oktober 1910

Geburtsort: Wien, Österreich

Adresse vor 1938: Glasergasse 22, 1090 Wien

Exilroute: Brüssel - Ster Cyprien - Gurs - Brüssel - Drancy

Status bei der Befreiung: Vermisster aus Gusen-Mauthausen

Angenommenes Todesdatum: 26. April 1945


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Collection J.Kornweitz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Collection DOROT 2005

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