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Max Spritzer


Dorot hat die Route Max Spritzers rekonstruiert. Er wurde im März 1888 in Cholojow geboren. Er ist ein Staatenloser aus Polen. Er verlässt nach dem Anschluss Österreichs im Jahre 1938 Wien und geht nach Antwerpen in Belgien.

In einem Bericht vom 9. Februar 1939, der vom Kommandanten der Gendarmeriewache des Bezirks Eupen stammt und der an den Verwalter der Öffentlichen Sicherheit von Brüssel adressiert ist, wird gesagt, dass eine Gruppe von dreißig jüdisch-deutschen Personen in der Nacht festgenommen und abgeschoben wurde.

Vier dieser Personen wurden um zwei Uhr in der Früh in der Wohnung eines gewissen Heinen... in der Gemeinde Eupen entdeckt. Zehn Personen wurden im Wald in der Nähe der Belfort Brücke um 4 Uhr in der Früh entdeckt und sechzehn wurden um 5 Uhr 15 in Vennkreutz angetroffen.“

Unter diesen Personen befand sich Max Spritzer, ein Kaufmann, wohnhaft in Wien, Wasnergasser 13, Inhaber des deutschen Reisepasses N°42379.

Am 12. Februar beantragt Max Spritzer politisches Asyl und erklärt, von der Gestapo festgenommen worden zu sein. Er erklärt auch, ein Visum für Paraguay und ein Affidavit für die USA.spritzer_max_19390303_psn7339259_1 zu besitzen.
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Der Akt zu seiner Aufenthaltserlaubnis in Antwerpen ist mit 3. März 1939 datiert. Später präzisiert er in seinen Unterlagen für den Antrag um politisches Asyl, neun Tage von der Gestapo inhaftiert worden zu sein. Im August 1939 bekommt die belgische Polizei die Antwort aus Wien auf ihre Anfrage vom 4. Mai: es wird bestätigt, dass Max nicht gesucht wird.

Im November 1939 ersucht Elsa, Max’ Ehefrau, die bis dahin in Wien geblieben war, um Erlaubnis, in Antwerpen Halt machen zu dürfen, bevor sie sich nach Rotterdam begibt, wo sie sich einschiffen möchte, um in die USA zu emigrieren. Max kauft um 44 belgische Francs ein Visum, das seiner Frau erlaubt, ihn zu sehen. Sie hatten sich seit Februar nicht mehr gesehen.

Am 10. Mai 1940 wird er als „Verdächtiger“ in An festgenommen. Der Transport, mit dem er von Belgien ins Lager von St Cyprien gebracht wird, fährt durch Sainte Livrade im Département Lot und Villemur im Département Tarn. Im Oktober 1941 wird Max Spritzer nach Gurs überstellt. Am 6. März 1941 kommt er im Lager des Milles an. Dort erhält er zwei Decken. Aus seinem Akt entnimmt man, dass er 1 Meter 72 groß war, graue Augen und schwarzes Haar hatte, Jude war und einen belgischen Ausweis besaß(wahrscheinlich ein Modell B, das Ausländern vorbehalten war). Seine Frau war bereits in den USA, er war im Besitz von 2000 Francs. Sein Emigrationsansuchen wurde angenommen, denn Max Spritzer war „für die Volkswirtschaft überflüssig und konnte Frankreich in keiner Weise nützlich sein“.

Am 10. März 1941 ersucht er den Lagerkommandanten um einen fünftätigen Ausgang, um seine Emigration in die USA vorzubereiten und sich nach Marseille zu begeben. Der Kommandant bewilligt ihm zwei Tage. Am 26. April ersucht er um einen dreitägigen Ausgang, die Lagerleitung gewährt ihm jedoch wieder nur zwei Tage.

Wir wissen nicht, ob Max Spritzer weitere Ausgänge beantragt hat. Am 9. Dezember 1941 wird er freigelassen und schifft sich auf der S.S. Chanzy ein. Wir haben von seinem Enkel erfahren, dass er über Alger und Kuba gereist ist, bevor er im Januar 1942 in New York ankam. 1955 ist er in den USA im Alter von 67 Jahren gestorben.