|
|
Julius ist der zweite der Kornweitz-Brüder. Er ist kaum ein Jahr jünger als sein älterer Bruder Nathan und drei Jahre älter als der Jüngste Paul. Man kann das gute Einvernehmen zwischen den zwei älteren Brüdern leicht verstehen und sich vorstellen, dass ihr gemeinsames politisches Engagement teilweise vom Familienmilieu geprägt wurde. Julius ist Architekt. Sein Titel wird ihm 1933 durch ein Diplom verliehen. Im Jahre 1935 findet er schließlich trotz der schlechten Wirtschaftslage einen Arbeitsplatz in einem Architektenbüro, wo er 100 Schilling pro Monat verdient. Seit 1927 ist er ein ständiges Mitglied der sozialistischen Studentenbewegung und muss in die Illegalität gehen, als die Bewegung verboten wird. Sein geringes Einkommen hindert ihn daran, sich auf eigene Füße zu stellen. Er lebt immer noch bei seinen Eltern. Wir kennen das Datum seines Beitritts zur KPÖ ( Kommunistische Partei Österreichs) nicht, er wird aber schnell ein leitendes Mitglied. Kommunist und UntergrundkämpferIm Dezember 1937 wird er festgenommen und in der Karajangasse in Wien inhaftiert, denn die Polizei entdeckt bei ihm kommunistische Broschüren. Er wird wegen Pressevergehen und illegaler Aktivitäten verurteilt, leugnet aber jede Zugehörigkeit zur KPÖ. Er wird zu 3 Monaten Haft und 3 Monaten Anhalte lager verurteilt. Im Februar 1938 wird er amnestiert. Ojzer, sein Vater, ist zur gleichen Zeit wie er festgenommen worden und wird zu 5 Tagen Haft und einer Geldstrafe verurteilt. Nach der Annexion Österreichs geht Julius in den Untergrund. Er wird gesucht, und seine Familie wird erneut verhört. Möglicherweise geht Julius zwischen 1938 und 1939 nach Moskau, dann begibt er sich zu einem Treffen nach Split , wo er Erwin Puschman und Herbert Eichholzer begegnet. Sein Deckname ist „Bobby“. Julius fährt im Juni 1939 zu seinem Bruder und seiner Familie nach Belgien und beantragt politisches Asyl. Bobby alias Ing. Barda , alias Christian Jennsen![]() Er bleibt nur drei Monate in Brüssel. Im September 1939 meldet er den Behörden , dass er nach London geht, stattdessen geht er nach Oslo, wo sich das Exil der KPÖ befindet. Wir wissen durch Dokumente der Wiener Gestapo, dass Julius einen anderen Decknamen, „Ing. Barda“, benutzt. Er hat auch falsche Papiere unter dem Namen Christian Jennsen. Zwischen 1938 und 1939 begibt sich Julius nach Paris, Zürich und dann nach Agram/Zagreb, bevor er zum Zentralkomitee nach Prag geht.
|
Julius KornweitzFoto Geburtsdatum: 18. September 1911Geburtsort: Wien, ÖsterreichAdresse vor 1938: Klosterneuburgerstrasse 43 1200 WienExilroute: Brüssel - Oslo - Moskau - Split - Zagreb - Istanbul - WienStatus bei der Befreiung: Gestorben in MauthausenAngenommenes Todesdatum : 1944
![]()
|


