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Herzel und Rosa

 

 

Im Oktober 1919 heiratet Herzel Spira im Alter von 27 Jahren Rosa Kirschen. Sie ist vier Jahren älter als er. Das Paar kommt aus Baligrod in Polen bzw. aus Stryj in der heutigen Ukraine. Es erzieht vier Kinder in jüdischer Tradition. Toni, Gisela, Siegmund und Felix gehen alle in die religiöse Schule Adas Ysroel in Berlin.
Wie viele Frauen damals arbeitet Rosa nicht. Ihr Ehemann ist Kurzwarenhandelsreisender.

Berlin verlassen


Einige Wochen nach der Reichskristallnacht gelingt es der Familie, Berlin und den antisemitischen Verfolgungen zu entfliehen.

Die Ankunft der Familie in Belgien erfolgt ungeordnet. Die Jungen kommen mit dem Kindertransport Ende Dezember 1938 an. Herzel folgt sehr schnell und betritt am 5. Januar belgisches Territorium, Rosa und die Mädchen am 31. Januar.


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Die ganze Familie meldet sich schnell bei den Behörden. Herzel und Rosa haben zu Beginn ihres Aufenthaltes zwei verschiedene Adressen in Brüssel. Lebten sie in einem Flüchtlingsheim? Erwartete Herzel eine geräumigere Wohnung, um die ganze Familie unter zu bringen? Wir wissen es nicht. Schließlich lässt sich die Familie in der Rue Van der Haegen nieder, nachdem kein Internierungsrisiko mehr für Herzel im Lager von Merxplas besteht.

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Brüssel verlassen


Als die deutsche Armee am 10. Mai 1940 in Belgien einmarschiert, folgt die Familie Spira dem Auswanderungsstrom der Flüchtlinge, die den ersten Razzien entgangen sind und nach Frankreich fliehen.

Staatsangehörige einer feindlichen Nation zu sein, wird ihnen sehr schnell schaden: Sie werden am 3. Juni 1940 festgenommen und ins Lager von Bram verschickt . Männer und Frauen werden getrennt. Herzel und Siegmund wohnen im Viertel I Hütte 147; Rosa, Felix und die Mädchen im Viertel H Hütte 135.

Sie werden am 30. Juni befreit und bekommen als Zwangswohnsitz Sallèles d’Aude zugewiesen. Dort lernt Gisela Spira ihren künftigen Ehemann, Bertold Linder, kennen.

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Von Sallèles d’Aude aus werden Herzel und sein Sohn Siegmund angefordert, um in einem GTE, zunächst in einem Salzbergwerk und dann in einer Pestizidfabrik, zu arbeiten. Als Herzel erfährt, dass die jungen Leute im Alter von Siegmund in Arbeitslager nach Deutschland geschickt werden, bittet er seinen Sohn, zu fliehen. Siegmund verlässt seine Familie, um zu überleben.


 

Opfer einer Razzia


Herzel und der Rest der Familie bleibt in Sallèles d’Aude bis zu den großen Razzien des 26. August 1942.
Er wird mit Rosa, Felix und Toni festgenommen und nach Rivesaltes überstellt, wo die Familie einige Tage bleibt.
Am 4. September 1942 werden Rosa, Toni, Felix und Herzel Spira nach Drancy deportiert. Am 11. gehören sie zum Transport 31 nach Auschwitz.
Der in Arolsen am 3. Januar 1958 angefertigte Bericht des IKRK nennt kein Todesdatum für die Familie Spira.

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Sammlung CDJC-Memorial de la Shoah

Herzel Spira


Foto

Geburtsdatum: 8. Oktober 1892

Geburtsort: Baligrod, Polen

Adresse vor 1938: Keibelstrasse 4, Berlin (2)

Exilroute: Brüssel - Bram - Salleles d’ Aude - Rivesaltes - Drancy

Status bei der Befreiung: in Auschwitz gestorben

Angenommenes Todesdatum: September 1942

 

 

 

Rosa Kirschen, verehelichte Spira


Foto


Geburtsdatum: 9 Dezember 1888

Geburtsort: Stryj, Ukraine

Adresse vor 1938: Keibelstrasse 4, Berlin (2)

Exilroute: Brüssel - Bram - Sallèles von Aude - Rivesaltes - Drancy

Status bei der Befreiung: in Auschwitz gestorben

Angenommenes Todesdatum : September 1942

 

 

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