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Das Lager von Royallieu

Das Lager von Royallieu


  • Departement und Gebiet: Lager von Royallieu, Compiègne, Departement Oise (60), Picardie.
  • Betrieb:
  • Oktober 1939-Juni 1940: Lazarett
  • Juni 1940: Die deutsche Armee requiriert die Kasernen für die Unterbringung ihrer Truppen.
  • September 1940: Compiègne wird zum Lager für Militärsgefangenen, Frontstalag 170 KN 654.
  • 22. Juni 1941*: Compiègne wird zum Internierungs- und Durchgangslager, Frontstalag122.
  • August 1944: Schließung des Lagers.
  • Fläche: 15 Hektar, 24 Baracken ( 60 Meter lang mal 15 Meter breit) sind U-förmig angeordnet.
  • Aufnahmekapazität: schwankt zwischen 1200 und 3000 Menschen.
54 000 Menschen haben das Lager passiert.
50 000 Menschen wurden nach Deutschland und in die Lager Mitteleuropas deportiert.
  • Kategorie: Militärkaserne, Kriegsgefangenenlager, Internierungs- und Durchgangslager. Compiègne ist das erste Deportationslager für politische Gefangene und Widerstandskämpfer in Frankreich. Es ist auch das einzige Lager in Frankreich, das ausschließlich der deutschen Verwaltung (Sicherheitsdienst) untersteht.
  • Insassen :
  • Militärgefangene, politische Gefangene,
  • Strafgefangene, Widerstandkämpfer, Juden
  • Staatsangehörigkeit: hauptsächlich Franzosen, aber auch Russen, Briten und Amerikaner: „Angehörige von Mächten, die mit Nazi-Deutschland im Krieg stehen“,
  • italienische Antifaschisten, spanische Republikaner, Belgier, Holländer.
  • Nord-Afrikaner, Senegalesen und Asiaten, die als Arbeitskräfte für die Organisation Todt bestimmt sind.
  • Unter den Internierten gab es auch ca. 9% „Geiseln“. Sie waren Opfer der Razzien, die als Vergeltung für Widerstandsaktionen organisiert wurden.












compLuftbild der Kasernen des Militärslagers von Royallieu. Das Rote Kreuz legt Banner auf, die vom Himmel aus sichtbar sind, um Bombenangriffe zu vermeiden.


Die drei Sektoren des Lagers:


Die Baracken sind in drei Sektoren eingeteilt, die durch Palisaden und Stacheldrahtzäune voneinander getrennt sind..

- Das Lager A:

Hier sind hauptsächlich französische Gefangene zusammengefasst.
Sie sind entweder politische Gefangenen – das heißt Kommunisten - oder Widerstandkämpfer – was damals die nicht kommunistischen Widerstandkämpfer bezeichnet.
Ab 1943 befinden sich auch in diesem Teil des Lagers die STO (Arbeitsdienst in Deutschland)-Verweigerer.
“Das Lager A“ ist der größte und stabilste Teil des Lagers.
Er besteht aus ca. einem Dutzend Gebäuden.

- Die politischen Gefangenen bilden 70% der durch Compiègne durchgeschleusten Gefangenen. (durchschnittliche Internierungsdauer: 1 Monat)


- Das Lager B:

Es ist angelsächsischen Gefangenen (Engländer, Amerikaner…) sowie bestimmten deutschen Dienststellen vorbehalten: Einteilung der Internierten bei ihrer Ankunft, Bekleidungsbüro, Zensurbüro...

- Das Lager C:

Es beherbergt
- russische Staatsangehörige.
- „besondere“ französische Internierte, (die sogenannte „Ehrenhäftlinge“)
- Frauen
- als „schwierig“ geltende Häftlinge (Meuterer)
- und Juden zwischen Dezember 1941 und Juli 1942.

„Die Ehrenhäftlinge“

Sie waren hohe Staatsbeamte oder höhere Offiziere.
Sie genossen mildere Internierungsbedingungen.

Die weiblichen Gefangenen waren in einem Teil des Lagers isoliert und hatten keinerlei Möglichkeit, mit den männlichen Gefangenen Kontakt zu haben.

Auch die jüdischen Gefangenen (12%) waren abgesondert.
Sie ertrugen die härtesten Internierungsbedingungen.
Der „jüdische Sektor“ war durch eine Doppelpalisade
vom Rest des Lagers getrennt, was jeden Kontakt
mit den anderen Gefangenen verhinderte.

*Anmerkung zum 22. Juni 1941:
Deutscher Angriff an der russischen Front.
Ab diesem Datum zielen die Razzien in Frankreich systematisch auf Anhänger des Kommunismus ab.



Quelle:

Mémoire 78 : le site de la mémoire des conflits contemporains en région parisienne.
http://www.pagesperso-orange.fr/memoire78/pages/roy02.html

Le Calendrier de la persécution des Juifs de France,
tome 2-3, La Shoah en France, Serge Klarsfeld